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Rolf Mehnert

Managing Partner / CMO (Chief Marketing Officer)
Das Leben in einem Satz:

Wo kämen wir hin,
wenn alle sagten,
wo kämen wir hin,
und niemand ginge,
um zu schauen,
wohin man käme,
wenn man ginge.

(Kurt Marti, *1921, Schweizer Pfarrer und Schriftsteller)



seit 2010
Lehrauftrag an der Hochschule RheinMain
Fachbereich Design, Informatik, Medien
Master Media Managment & Design
Corporate Identity / Corporate Design


seit 2007
1. Vorstand der Zollverein-School-Alumni


2007
MBA Master-Thesis „Geschäftsmodell basierende authentische Markenentwicklung“


2006
MBA Business Design an der Zollverein School of Management and Design


2003
Mitglied im Beirat des DDC Deutscher Designer Club e.V.


2001
Gründung der Fuenfwerken Design AG Vorstandsmitglied und Design Director


1999
Diplom an der FH Wiesbaden
Studium New Media an der Acadamie of Art (San Francisco)


1997
Gründungsmitglied der 5werken designgruppe (Wiesbaden)


1994
Beginn Studium Kommunikationsdesign an der FH Wiesbaden


1993
Abschluß der Ausbildung mit Gesellenprüfung


1991
Beginn Ausbildung zum Schriftsetzer


Geboren
1971



Vorträge (Auswahl):

TYPO Day Köln | FontShop, Alte Versteigerungshalle (21. September 2012)
Auftraggeber und Designer

TYPO Day Hamburg | FontShop, Ehemaliges Hauptzollamt, Speicherstadt (23. März 2012)
Auftraggeber und Designer

Forschungsprojekt MICC | Fuenfwerken, Essen (15. August 2011) Organisationsdesign

SCHOTT AG, Mainz (28. Januar 2009)
Design & Identität

Atlantic Forum | Deichtorhallen Hamburg (19. September 2008)
Die Bedeutung von Gestaltung in unserer Gesellschaft

TYPO Berlin | 13. internationale Designkonferenz (29. Mai 2008)
Warum Image echte Werte braucht

TYPO Berlin | 11. internationale Designkonferenz (19. Mai 2006) Sytematisches Design – Lass die Musik Design spielen

VITRA | DDC-Kantine, Staatliche Hochschule für Bildende Künste – Städelschule, Frankfurt (23. September 2004)
Corporate Design „Leipzig 2012“

TYPO Berlin | 9. internationale Designkonferenz (14. Mai 2004)
Verleitet Schrift?



Publikationen (Auswahl):

Galileo Verlag | Von erfolgreichen Designern lernen (2014)

pulseberlin | Authentizität im Corporate Design,Design and Authenticity (2009)

DOM Publishers | Young German Design: Fresh Ideas in Graphic Design (2008)



Was mich im Leben (unter anderem) bewegt konnte ich in meiner Master-Thesis nun endlich mal zu Papier bringen.


Geschäftsmodell basierende authentische Markenentwicklung

Seit gut 13 Jahren stehe ich im Berufsleben. Gelernt als Schriftsetzer, gearbeitet als Geselle, gejobbt als Student des Kommunikationsdesigns; entworfen, konzipiert, geleitet in den Anfängen der Selbstständigkeit und beraten im Zuge des 10-jährigen Bestehens der FUENFWERKEN DESIGN AG. Egal in welcher Position ich war – gefragt habe ich mich immer eines: Warum werden Entscheidungen immer sehr punktuell getroffen – warum entscheidet man im Detail? Warum wird so oft davon ausgegangen, dass die Dinge nicht in Zusammenhängen stehen? Zurückblickend war eine Situation meiner Tätigkeit immer die gleiche – ich war nie ganz von dem jeweiligen System assimiliert. Als Lehrling war ich derjenige, der noch alles lernen musste. Als Geselle war ich der, der nur so lange arbeiten wollte, bis eine Hochschule für Gestaltung ihn annahm. Als Freelancer war ich der, der gerufen wurde, wenn es wirklich eng wurde. Und als Designer bin ich der, der von außen in den komplexen Organismus Unternehmen dazu stieß. Dermaßen befreit von internen Zwängen und Politik, konnte ich mir sehr unbefangen meine Meinung über die jeweilige Situation bilden. Denn jede Lehre geht zu Ende. Bei irgendeiner Hochschule hätte ich schon Erfolg gehabt. Als Freelancer, der sich was dazu verdient ist man in der komfortablen Lage, jederzeit den Job abzusagen und als Designer kann ich mich nach Meeting, Workshop, Präsentation und dem obligatorischen gemeinsamen Mittagessen in der Kantine in mein Auto setzen und wegfahren. Dies wird der Grund sein, warum ich oft die Möglichkeit hatte, links und rechts zu schauen und das Links und Rechts auch überhaupt wahrzunehmen. In der Lehre gab es zwar einen offiziellen Ausbildungsleiter – die Realität aber sah so aus, dass jeder Mitarbeiter mir die Dinge aus seiner Perspektive zu vermitteln versuchte. Der an der Berthold Workstation (Computerbasierendes Fotosatzsystem) Arbeitende machte mir klar, dass eine genaue Vorstellung von dem Ziel das Wichtigste ist – klar, kein Mensch möchte sich nachträglich durch die grün leuchtende Masse an Computercodes kämpfen, um sich peu à peu dem gewünschten Ergebnis zu nähern. Im Gegensatz zum Setzer, der stolz vor einem nagelneuen Mac II saß und mir die Vorteile dieses Systems erklärte. „Platziere doch einfach mal erst alle Elemente auf der Seite, damit du einen Überblick bekommst, womit du es zu tun hast – in die Details und Variationen kannst du dann später einsteigen. Das geht dank dieses komfortablen Wysiwyg[1]-Programmen später dann ganz schnell.” Und dann gab es noch das Urgestein der Firma, der mich – aus Boshaftigkeit? – die Berge von gebundenem Bleisatz auseinander nehmen, und die einzelnen Buchstaben in die jeweiligen Holzsatzkästen zurück sortieren ließ. Er war der Meinung, dass es nicht nur wichtig ist, etwas zu entwerfen bzw. zu konstruieren, sondern, dass es genau so wichtig ist, sich nach Beendigung des Auftrages um die „Dekonstruktion“ zu kümmern. Und so fummelte ich sieben Punkt (1 Punkt gleich 0,173 mm) große Bleibuchstaben auseinander, indem ich sie mir genau anschaute, um die winzigen Unterschiede zu erkennen, die die einzelnen Schriftschnitte ausmachten, um sie dann in die entsprechenden Abteile abzulegen. Drei unterschiedliche Menschen, drei Perspektiven, drei Ansätze und drei unterschiedliche Technologien. Jedes Vorgehen machte (auch unabhängig von der Technologie) seinen Sinn– es gab nicht die Eine oder die Andere einzig „richtige“ Vorgehensweise – obwohl jeder der drei der Meinung war, dass seine die beste und richtige war und jede dieser Vorgehensweisen letztendlich zu dem gleichen Ergebnis führte – dem gedruckten Wort.

So ähnlich begegnet es mir jetzt bei meiner Tätigkeit als Berater für Markenentwicklung und Communication. Unterschiedliche Menschen erklären mir ihren Standpunkt, ihre Bedürfnisse und ihr Ziel. Der Leiter einer Unternehmenskommunikation möchte sich als Führungspersönlichkeit mit seinen Projekten im Unternehmen positionieren. Je mehr seine Projekte von der Geschäftsführung als nützlich wahrgenommen werden, um so mehr Handlungsspielraum hat und um so mehr Einfluss bekommt er und ist somit der Effektivität verbunden. Der Projektleiter unter ihm sieht das Ganze unter effizienten Gesichtspunkten und möchte möglichst wenig Aufwand entstehen lassen – er hat ja auch gleichzeitig noch unzählig andere Projekte laufen und ist auch für das Budget verantwortlich. Gerade wenn es um Markenentwicklung geht ist es außerdem wichtig, nicht nur den direkten Auftraggebern/Kontaktpersonen zuzuhören. Welche Bedürfnisse hat die Produktion? Welche der Vertrieb? Wer sind die Kunden des Kunden und was schätzen sie wert? Und die Geschäftsleitung selber hat auch ihre Vorstellungen – klar, denn sie wissen Dinge, die sich die anderen Beteiligten gar nicht vorstellen können. Es kann durchaus passieren, dass bereits Verhandlungen bezüglich eines Verkaufes oder Fusion des Unternehmens laufen, während gerade ein neues Markenleitbild und Corporate Design entwickelt werden soll.

Wieder sind viele Menschen mit den unterschiedlichsten Bedürfnissen, Zielen und Perspektiven beteiligt. Letztendlich wollen sie aber alle das gleiche Ergebnis – dass das Unternehmen, mit dem sie in Beziehung stehen (man kann hier von den Stakeholdern sprechen), erfolgreich ist. Bei so vielen Beteiligten kann es nicht um Details gehen, es kann nicht nur die „eine“ oder die „andere“ Lösung geben. Es geht um das Ganze oder wie Joan Magretta in ihrem Buch „Basic Management“ schreibt: „Unser Ziel ist es, den Wald zu betrachten und nicht die Bäume.“[2] Darum geht es mir bei dieser Arbeit. Ich möchte mich bei der Entwicklung von Marken und Communication nicht mit Bäumen auseinandersetzen, sondern untersuchen und darlegen, dass es mehr braucht als einzelne Probleme zu lösen und einzelne Produkte zu schaffen bzw. dass man rechts und links schauen muss, um den Gesamtzusammenhang zu erkennen, damit der Wald als Wald wahrgenommen wird. Als Lebensraum, als Ort von Überlebenskämpfen, als Sauerstoffspender, als Unikat, als Bedrohung, als Schutz, als bedrohter Organismus, als Energiespender, als ein Gesamtsystem. Diesem Gesamtsystem liegt eine Logik zugrunde. Nur wer diese Logik bzw. Story, Quintessenz hebt und sich mit ihr auseinandersetzt, der kann mit diesem Wissen den wahren Wert des Waldes erkennen, darstellen und kommunizieren. Erst dann macht es Sinn über den Wald zu sprechen, erst dann hat man eine authentische Basis, um für den Wald und nicht für ein paar Bäume zu sprechen.


Abstract – Was war das Ziel meiner Arbeit?

Authentizität ist eine von der heutigen Gesellschaft sehr geschätzte Eigenschaft. Dies gilt für Personen wie auch für Unternehmen. Ziel dieser Arbeit ist es zu untersuchen, was einen authentischen Auftritt kennzeichnet und auf welchem Weg eine authentische Darstellung und Kommunikation für Organisationen erreicht werden kann.

Trotz schriftlicher Briefingunterlagen und mündlicher Informationen seitens der Auftraggeber fehlen oft Informationen über das, was Unternehmen auszeichnet, was es wert ist, dargestellt und kommuniziert zu werden. Der umfassende Einblick in die Welt der Unternehmen ist aber die Voraussetzung für Darstellung und Kommunikation. Ohne Inhalt und Botschaft ist Darstellung und Kommunikation meist nur eine visuelle Hülle mit Füllwörtern. Für Agenturen im Bereich Markenentwicklung, Corporate Design und Communication ist es deshalb oft erforderlich, sich diese Informationen selber zu erarbeiten, bevor sie entwickeln können.

Desk Research, Interviews, Beobachtungen, Ist-Analyse von bestehenden Kommunikationsmitteln und -arten sind bekannte Methoden, um Unternehmen besser zu verstehen. Die Methoden der Analysephase werden in der Literatur zwar erwähnt aber sie werden weder genauer dargestellt noch ist das Ziel der Untersuchungen genauer definiert. Versucht wird „Unternehmensgeschichte und Struktur“, „Ist-Zustand“, „Kultur“, „Verhalten“, „Stärken und Schwächen“, „Aufgabengebiete“, „Wahrnehmung der Stakeholder“, „Kommunikationsart und –medien“ sowie (insbesondere) die „Unternehmensvision“ zu identifizieren. Diese Informationen sollen helfen, etwas wie den „Charakter“ des Unternehmens darzustellen (Olins, Wally 1989 und 1995, Häusler und Zintzmeyer 2002, Birkigt, Stadler und Funck, 2002).

Um ein genaueres Ziel für die Untersuchungsmethoden zu definieren, stellt meine Arbeit das Geschäftsmodell in den Fokus der Untersuchungen innerhalb der Analysephase von Markenentwicklung, Corporate Design und Communication. Das Konzept des Geschäftsmodells bietet die Möglichkeit neben Strategie, Ressourcen, Netzwerk und Schnittstelle zum Kunden vor allem über deren Werte generierenden Konfigurationen für Unternehmen und Stakeholder des Unternehmens zu erhalten und zu definieren. Gehoben wird diese „Story“ mittels qualitativer Untersuchungsmethoden, um einen umfassenden Einblick in die Lebenswelt des Untersuchungsgegenstandes zu erhalten. Diese robusten Informationen über Werte bildet die Basis für Positionierung, Darstellung und Kommunikation bilden. Eine Basis, die es Agenturen im Bereich von Markendesign und Kommunikation ermöglicht, Werte von Unternehmen auf eine authentische Art und Weise zu inszenieren, damit sie in der Gesellschaft differenziert als das wahrgenommen werden, was sie aus- und kennzeichnet.


[1] Kurzbegriff für: What you see is what you get
[2] Magretta Joan: Basic Management, S. 21



Was ergab sich für mich aus der Auseinandersetzung mit dem Thema?

Gary Hamels Definition/Struktur von Geschäftsmodellen [2] dient ihm dazu, eine grundlegende Aufnahmefähigkeit zu entwickeln, Geschäftsmodelle im Gesamten zu verstehen, um in der Lage zu sein Industrien zu revolutionieren. Ihm geht es darum, die Wertgenerierenden Konfigurationen zu erkennen und sie zu verstehen, um Dinge anders zu machen und um sich nicht gegen Mitbewerber zu positionieren, sondern um sie zu umgehen. Durch die Fragen, die er stellt möchte er erforschen, was das Geschäftsmodell ausmacht und wie man es kontinuierlich innovieren kann.

Diese Frage stellen sich nicht alle Unternehmen. Veränderungen finden eher weniger radikal statt. Veränderungen können durch Merger, neue Geschäftsführer, veränderte Marktsituation oder einfach aus einer Notsituation, in der Unternehmen handeln müssen, entstehen. Visuelle oder inhaltliche Veränderungen wie die Neuentwicklung eines Erscheinungsbildes oder die Neuausrichtung der Kommunikation sind oft die Folge. Durch die sehr tief gehende Analysephase mit dem Ziel, das Geschäftsmodell zu begreifen, kommt der Design und Kommunikations-Berater in die gleiche Situation wie ein Ethnologischer Forscher. Er kann nicht neutral seine Untersuchungen durchführen. Dadurch, dass er als Fremdkörper in das System eindringt, wird das System irgendwie auf ihn und seine Arbeit reagieren. Wie die Inseleinwohner, die die verbrauchten Blitzlichter zu Halsketten verarbeiteten. Das Unternehmen wird auf die Arbeit des Beraters reagieren und sich verändern. Die Ergebnisse, die dem Unternehmen präsentiert werden, werden die ersten Veränderungen mit sich ziehen. „Der Wissenschaftler ist aus phänomenologischer Sicht selbst in die Deutungs- und Interaktionsprozesse der Organisation eingebunden. Da seine Forschungsergebnisse beständig neue Wirklichkeits-konstuktionen und Bedeutungszusammenhänge kreieren, nimmt er unweigerlich an der Konstituierung seines Forschungsgegenstandes teil.“[1]


Der Designprozess als Innovationsprozess

Der Auftraggeber hat nun die Möglichkeit, die Erkenntnisse gemeinsam mit der beratenden Agentur zu diskutieren und diese somit nicht nur für eine visuelle und kommunikative Veränderung, sondern auch für eine strategische Veränderung zu nutzten. Der Markenbildungs- und Designprozess kann somit als Innovationsprozess genutzt werden. Innovation als Antwort auf zukünftige wirtschaftliche Herausforderungen – ganz im Sinne von Gary Hamel. Veränderungen, die nicht einmalig sein sollten, sondern iterativ auf sich aufbauend. Und dies sollte wiederum auch für Marke, Corporate Design und Communication gelten. Es geht bei Markenentwicklung nicht um einmalige Veränderungen sondern um iterative Prozesse, die Schritt für Schritt auf die sich verändernde Unternehmenspersönlichkeit, wie auch auf das sich in ständiger Veränderung befindliche Umfeld, reagieren muss. Wenn man als Designer die Möglichkeit hat diesen Prozess mitzugestalten, sollte man es machen, denn Design, das Designdenken und der Designprozess bieten viel Potential, Organisationen und die Gesellschaft zu gestalten. Das Ziel jedes Designers sollte es deshalb sein, ein wertvolles Element des jeweiligen „Value Networks“ zu werden und somit mehr Wert zu schaffen, als dass es Darstellung und Kommunikation erlauben.

[1] Flick, Uwe/Kardoff, Ernst v./Steinke, Ines: Was ist qualitative Forschung? Einleitungund Überblick, in: dies. (Hrsg.), Qualitative Forschung. Ein Handbuch, Reinbek bei Hamburg, Seite 13-29, 2000
[2] Hamel G., Leading the revolution, Plume: S. 9, New York et al., 2002